Die Hand-Fuss-Mund (HFM) Krankheit tritt häufig auf und leider oft mehrmals. Es sind Kleinkinder, Kinder und zuweilen auch Erwachsene davon betroffen und ich werde so viel angefragt, was kann ich machen, was muss ich machen, damit die Krankheit milde verläuft und damit sie nicht noch ein weiteres Mal Einzug in unsere Familie hält.
Die Krankheit an sich wird als ungefährlich eingestuft, einzig für Babies kann es gefährlich werden, wenn sie durch die Schmerzen im Mund jegliche Flüssigkeitsaufnahme verweigern (Gefahr von Dehydrierung droht). Darum ist es sehr wichtig, dass wir – sobald wir wissen, dass unsere Kinder diesen Virus auch haben – keinen Kontakt zu Babies oder Familien mit Babies haben. Diese Erkrankung kann „ohne Fieber“ aber auch mit „sehr hohem Fieber, bis zu 40°C“ gemacht werden – es hat eine grosse Bandbreite in Form von Heftigkeit, Fieberhöhe oder kein Fieber, an Schmerzen oder kaum.
Der dafür verantwortliche Virus kommt aus der Enterovirus-Familie und wird mittels Speichel, Kot, Flüssigkeit aus Blasen und Atemtröpfchen (Husten, Niesen) aber auch nasse, schmutzige Hände übertragen. Darum sind natürlich KiTas, Spielgruppen und Kindergärten ein wunderschöner Platz für diesen Virus um sich zu vermehren und zu verbreiten (no offence!).
Nebst den typischen Bläschen, die sich vor allem an den Handinnenflächen, Fusssohlen und im Mund zeigen, können zum Teil heftigste Schmerzen im Mundbereich auftauchen und so das Essen und Trinken erschweren. Kinder können natürlich noch mit Fieber, schlechtem Appetit (weil Schmerzen), generellem Unwohlsein, Hals- und Kopfschmerzen reagieren. Oft sind diese zusätzlichen Symptome ein bis zwei Tage vorher zu bemerken und erst dann werden die Bläschen sichtbar.
Zu einem späteren Zeitpunkt kann sich die Haut von den Füssen und Händen schälen, was unschön aussieht, aber meist ebenfalls komplikationslos ist (Vorsicht vor Infektionen, wenn die Haut kleine Risse oder kleine Wunden hat).
Was können wir tun? Nebst einer generellen guten Hygiene (aber nicht übertrieben und sicher nicht mit Desinfektionsmittel, denn dies nimmt unserer Haut die natürliche Barriere gegen allerlei Eindringlinge), kann ich dir hier einige Mittel notieren, die deinem Kind helfen können.
Was kannst du tun? Welche Mittel bieten sich an?
Odinhelp Creme: eine schöne Salbe mit Bachblütenkomponenten (gibts auch als Spray ohne Alkohol) zum Auftragen / Aufsprühen
oder Osa Zahngel: auf die schmerzende Stellen im Mund auftragen
Borax C30 *): bei Mundaphten, Soor, Geschwüre und Aphten im Mund, Magen-Darmbeschwerden bei nervösen Kindern, Kind ist sehr geräuschempfindlich, Völlegefühl, Schläfrigkeit und Übelkeit nach Essen
Das Mittel Borax kann mit Mercurius subl.corr. C30 im Wechsel gegeben werden.
Mercurius sublimatus corrosivus C30 *): bei Entzündungen der Schleimhäute (Augen, Mund, Nebenhöhlen), gelblicher Nachtschweiss, Lidrand- und Augenentzündungen, übler Mundgeruch und viel Speichelfluss, alle Absonderungen sind ätzend, scharf und übelriechend.
Sulfur C30 *): dieses Mittel passt zu Kindern, die morgens um 11h ein Elendsgefühl haben, Schlaf ist oberflächlich, unruhig. Ist eher hitzig und zieht gerne die Kleider aus, weil ihm zu warm ist. Die Haut sieht ungesund, trocken aus und eitert teilweise an den Bläschen. Heftigen Juckreiz mit Kratzen, Brennen der Haut, übelriechender Fussschweiss.
*) für mehr Wissen in der Kinderheilkunde empfiehlt sich mein Buch Naturheilpraktisch – Kinderheilkunde leicht gemacht dort werden die Einnahmemodi aufgelistet.
Bei Fieber können wir so verfahre, wie normalerweise, sanft und etwas senken, damit das Kind ruhiger werden kann und viel schläft.
Warum haben einige Kinder diese Krankheit mehrfach?
Man kann sich schon die Frage stellen, warum machen einige Kinder diesen Infekt mehrmals, wenn man doch davon ausgehen könnte, dass das Immunsystem dazu gelernt hat?
Einerseits kann es sein, dass wir mit schulmedizinischen Interventionen (fiebersenkenden Mitteln, wenn das Kind heftige Schmerzen und vielleicht auch Fieber hatte), den Infekt vorzeitig „abgewürgt“ haben und das System den Infekt so nicht in seinem Tempo verarbeiten konnte. Bitte hier auch bedenken, dass das Immunsystem wirklich Zeit und Ruhe braucht – auch wenn das Kind generell fit ist, braucht das Immunsystem trotzdem viel Ruhe, um arbeiten zu können. Wenig Inputs von aussen (Indoor Spielplätze etc. kommen natürlich sowieso nicht in Frage), aber auch möglichst wenig Ablenkung durch Laptop, TV und sonstigen elektronischen Geräten, da diese viel Energie dem Nervensystem abverlangen, und diese Energie fehlt dann dem Immunsystem.
Oder aber, das Immunsystem des Kindes braucht mehrere Anläufe, um etwas zu lernen. Das kann eine Eigenheit des Kindes generell sein oder aber eine Eigenheit dieses Immunsystems. Und wie bereits oben erwähnt, ein Infekt muss zu Ende gemacht werden können, sei es nun die Mund-Hand-Fuss-Krankheit oder auch andere Infekte. Wenn wir diese immer wieder abwürgen, kann das Immunsystem irgendwann nicht mehr gut Entscheidungen fällen. Aber dazu mehr in meinem Kinderheilkunde Onlinekurs.
Grundsätzlich um das Immunsystem zu unterstützen, bieten sich folgende Vitamine und Spurenelemente an (bitte in Drogerie beraten lassen über Produkte und Einnahmemodus). Vitamin C und Vitamin D, Zink, Selen. Vitamin D ist insbesondere in den Herbst- und Wintermonaten essentiell für Kinder sowie Erwachsene.
Welche Vitamine sich für Erwachsene eignen und welche Gedanken wir uns sonst noch machen können, hörst du im Podcast Heilkundliche Rundreise mit mir und Katrin Mirocha.
Danke für den tollen Beitrag.
Wir hatten gerade vor zwei Wochen die Mund Hand Fusskrankheit. Natürlich genau in den Ferien.
Die Kinder haben das ganze gut durchgestanden.
Und dank deinem Beitrag sind wir fürs nächste Mal noch besser gewamnet.
Stimmt es dass es über 15 verschieden Solcher MHF Viren gibt?
Liebe Fabienne, ja, es gibt so einige Unterkategorieren dieses Virus, wie viele es genau sind weiss ich nicht. viele Grüsse