Mit Magie meine ich nicht den Zauberer in der Manège. Ich meine die Magie in der Heilkunst, in der Behandlung.

Wann verschwindet die Magie aus der Therapie? Dann, wenn wir alles erklären müssen (weil es der Gesetzgeber so haben will oder auch der Patient, alles genau wissen will) oder wenn wir alles erklären können, dann ist die Magie verschwunden. Wenn gefordert wird, dass Doppelblindstudien über Heilmittel gemacht werden müssen, die «nichts» nachweisliches beinhalten ausser Wasser und Alkohol (ja, so wie es in der Spagyrik der Fall ist, bei den Bachblüten, in der Homöopathie, überall, wo «nichts» Stoffliches vorhanden ist, das wirken kann) oder warum die sanfte Cranio Sacral Therapie wirken soll, wo ja kaum was an der Struktur behandelt wird. (Wie soll ein Therapeut denn um Himmelswillen die Hirnflüssigkeit erfühlen können? Durch die Haut und durch die Knochen, gahts na??)

Wie kann es menschenmöglich sein, dass ein Mittel bei der einen Person bei dem Symptom wirkt und bei der andern Person mit dem gleichen Symptom gerade ein anderes Mittel wirken soll?

Die Heilkunde muss eine Heilkunst bleiben, zuweilen ist es schön, wenn vielleicht Geräte erkunden können, warum diese Methode wirkt – aber ehrlich gesagt, es braucht unbedingt die Magie! Es braucht das Wissen der Druiden, der Schamanen, der Weisen, der Hexen, der Heilerinnen. Schliesslich werden Menschen unter den gleichen Umständen (z.B. längere Zeit einem Gift ausgesetzt) nicht zwingend gleich schnell und gleich stark krank. Die Gesundheit ist ebenso individuell wie es die Krankheit sein sollte (die Krankheit sollte auch individuell sein, das ist kein Verschrieb!).

Wenn meine Hände eine Gebärmutter tanzen sehen (ja, meine Hände können sehen, die fühlen nicht nur) oder wenn ich eine andere Geschichte zwischen den Zeilen des Gesprochenen lesen kann (meine Ohren können zuweilen lesen) so ist es mehr als gesund, wenn sogar ich manchmal an meinem Verstand zweifle, nicht aber an meinem Gefühl und Intuition. Wenn mein Bauch sagt, da stimmt was nicht, das stimmt so nicht, und dennoch alle äusseren Bedingungen (alle sagen das, Studien belegen das etc.) so behalte ich beides im Auge, das verstandestechnische Wissen und das intuitive Bauchgefühl und vertraue, dass die Zeit Klärung bringt.

Sobald ich weiss, welche Inhaltsstoffe in welcher Pflanze drin sind (es gibt viele, glaube mir), verliere ich das Adlerauge und das Löwenherz, wofür ich die Pflanze einsetzen könnte. Wenn wir die Inhaltstoffe des Gänseblümchens (Bellis perennis) benamsen, werden wir nirgends sehen, dass die eigentliche Kraft dieser Pflanze im «immer wieder aufstehen, auch wenn ich wieder und wieder niedergetreten werde» stecken kann.

Ich muss nicht primär die Inhaltstoffe kennen, sondern die unsichtbare Kraft und die Geschichte, die hinter und in der Pflanze steckt.

In diesem Sinne – obwohl ich nicht mehr an den Osterhasen glaube, WEISS ich dennoch, dass es ihn irgendwo auf der Welt gibt.