Ich fahr ja total gut mit den Schüssler Salzen

          Ich schwöre auf meine ätherischen Öle

          Ich könnt nie mehr sein ohne meine regelmässige Sitzung bei der Atlaslogin

Obgenannte Therapien sind im Fall kein Therapiekonzept sondern einfach Methoden, die offenbar bei Dir sehr gut wirken. Warum spielt die Unterscheidung da eine Rolle?

Weil Methoden kein Therapiekonzept kennen, sondern nur als ein Teil eines Therapiekonzeptes ausgeübt werden. Oder anders – wenn Du seit 5 Jahren jede Woche Deine Ladung Schüssler Salze einnimmst um die Migräne im Schach zu halten, ist das kein Konzept, sondern eine vielleicht wirksame Methode – aber es gäbe sehr wahrscheinlich bessere. Wenn Du seit 2 Jahren regelmässig zum Chiropraktiker gehst, weil sich den Nacken immer wieder einrenkt, ist auch das nur eine Methode, aber kein Therapiekonzept. Wahrscheinlich gäbe es bessere Methoden, das würde aber ein Konzept vorausschicken.

Wieso komme ich darauf?

Es gibt viele, aber nicht unzählige Medizinsysteme, das bekannteste ist die Schulmedizin. Dann gibst noch die alte Europäische Naturheilkunde (in dieser „bin ich zu Hause“), die Trad. Chinesische Medizin (TCM), die Tibetische Medizin, die Ayurvedische Medizin, die Indianische Medizin, die Homöopathie und so weiter. Es sind alles Systeme, die ihre Erklärungen, ihre Definitionen von gesund und krank haben, ihre Gesetzmässigkeiten und Grenzen. Wies halt so ist mit Systemen, sie sind weder gut noch schlecht, die Frage ist einfach, wann setze ich welches System mit welcher Intention ein.

Ähnlich ist es mit den Methoden, die sind ebenfalls weder gut noch schlecht. Die Frage ist aber, sind in jedem Krankheitsfall die immer gleichen die richtigen? Wer einzig eine Methode kennt – die vielleicht sogar sehr gut kann – kann trotzdem noch kein Therapiekonzept erstellen. (Oder er / sie kann es vielleicht schon, aber mit der Methode alleine lehrt er /sie das nicht.)

Welche Ebene des Menschen wird mit welcher Methode angesprochen? Ist der Mensch momentan überhaupt in der Lage, auf diese Methode zu reagieren, sie umzusetzen? Hat der Patient jetzt wirklich die nötigen Ressourcen jeden Tag seine Hausaufgaben zu machen oder müsste er erst gestärkt werden oder müssten zuerst die Schmerzen in den Griff bekommen werden? Sind die Schmerzen ausschliesslich körperlicher Art oder liegt noch ein anderer, emotionaler Schmerz begraben, der ein anderes Signal sendet?

Das Therapiekonzept zu erstellen mache ich wirklich sehr gerne!! Ja, erst mal die Landkarte ausbreiten (ich habs nicht so mit Navis), schauen, welche Besonderheiten, Beschwerden, Eigenheiten, Krankheiten bei diesem Patienten vorhanden sind und waren, und dann entscheiden, welche Methoden (in der Regel Plural!) ich bei ihm anwende.

Und darum sind mache erstaunt, wenn sie „ich möchte gerne zu Dir in eine Schröpfbehandlung kommen“, wenn ich dann sage, „los schröpfen geht, aber um Dein Problem in den Griff zu bekommen, brauchst Du das, und das und dann können wir noch ein, zweimal schröpfen“.

Weil, in meiner Werkzeugkiste sind unterschiedliche Werkzeuge, und ich arbeite mit allen gleich gern, aber alles zu seiner Zeit und im angepassten Rahmen.

(wäää hab ich schon mal erwähnt, dass ich noch eine Ausbildung zur Marketingplanerin gemacht habe, im letzten Jahrzehnt, und bei der Prüfung „Marketingkonzept“ komplett abgeschifft habe? Naja, jetzt mach ichs besser, versprochen!)