Oh ja… ich auch manchmal! Es scheint sicher von aussen oft nicht so, aber auch ich suche mein Selbstvertrauen ab und zu. (Mittlerweilen suche ich Radiergummis und Kugelschreiber weit mehr.., ich habe dazugelernt!). Den „Trick“, den ich während Wochen täglich angewandt habe, verrate ich Dir gleich.

Emotionen, Wünsche oder wiederkehrende Gedanken versuche ich in der Therapie einem Organ zuzuordnen, damit nicht nur der Geist (Gedanken) dabei sein darf bei einem Lernprozess, sondern dass auch der Körper aktiv involviert wird. Meist behandle ich mit der viszeralen Bauchmassage die entsprechenden Organe, oft lasse ich auch eine Tinktur oder einen Spagyrischen Spray mit Pflanzen mischen, die jene Organe ansprechen und unterstützen. Lernprozesse, so merke ich immer wieder, finden nicht alleine im Kopf statt. Lernprozesse finden – im Idealfall – auf mehreren Ebenen des Mensch-Seins statt.

Und ich höre es so oft in der Praxis „ich hätte einfach gerne mehr Selbstvertrauen“.

Ehrlich gesagt habe ich noch nie jemanden getroffen, der gesagt hat, er habe zu viel Selbstvertrauen. Und nur wenige sagen, sie hätten überhaupt ein ausreichend gutes Selbstvertrauen. Schätzen wir uns falsch ein? Oder haben wir eine hohe Messlatte, so dass wir meinen, „so viel“ Selbstvertrauen müsste ich zumindest haben?

Selbstvertrauen hat für mich einen Bezug zum Dünndarm und zur Leber. Das Bauchgefühl sitzt im Dünndarm, dort, wo wir uns sicher fühlen können, dort, wo wir aus unserer Mitte heraus agieren können.

Die Leber ist ein sehr effizientes und effektives Entgiftungsorgan. So können wir auch auf einer anderen Ebene entrümpeln –  was ich wegwerfen kann, mir nicht mehr dauernd im Weg steht, macht Platz für neues. Platz für neue Gedankengänge und neue Gefühle.

Magst Du einige Pflanzen dazu lesen? 

Der Storchenschnabel, eine meiner Lieblingsheilpflanzen, löst Schockzustände aus dem Bauchraum und klärt die Lymphflüssigkeit im Bauchraum. Mit seinen „tänzelnden“ Wurzeln sucht er Bodenhaftung – und kann die Bodenhaftung gerade aus diesem Grund dem Menschen vermitteln.  

Der Rosmarin bringt Wärme in den Bauch und hilft so, das Lebensfeuer wieder anzufachen (als Unterstützung z.B. bei Herz-Kreislaufschwäche, niederer Blutdruck der Schwindel auslöst). Wenn wir den Rosmarin riechen, „verduften“ Sorgen und machen einem Weitblick Platz.

Die Pfefferminze steht für die Bewegung, das Veränderliche, für den Wandel. Manchmal mag zwar der Kopf Ja sagen, ja diese Veränderung ist gut, aber unser Bauch sträubt sich noch dagegen (er wird seine Gründe dafür haben). Aber so kann die Pfefferminze Entspannung und frische Energie in den Bauchraum geben, Altes fortfegen, frischen Wind in unsere Gedanken und Bauchraum bringen.  

Die Mariendistel – sie putzt die Leber und gleichzeitig die Lymphe. Sie hat einen Bezug zum Schutz (Mutter Maria) und zur Abwehr. Sie kann uns die Möglichkeit geben, mehr auf uns selber zu hören, uns besser wahrzunehmen und uns innerlich zu reinigen, Balast abzuwerfen.

All diese Pflanzen können helfen, das Bauchgleichgewicht wieder zu erlangen. Denn geht es dem Bauch gut, geht es auch dem Kopf gut.

Mein Trick – wie am Angang versprochen – hat mich ehrlich gesagt zuerst ganz viel Überwindung gekostet, mittlerweilen mache ich das Ritual schon fast automatisch, wenn ich den Kopf aufs Kissen lege.

Wenn ich im Bett liege, gehe ich durch meinen Tag, vom Moment wo ich aufstehe, über das Arbeiten oder Haushalten, über die Mahlzeiten bis zum Zähneputzen bevor ich ins Bett gehe. Ich versuche mich zu erinnern, wofür ich mich loben könnte.

Zuallererst wird Dir ziemlich sicher nichts einfallen. Du wirst gedanklich durch deinen Tag gehen und „nichts“ finden, wofür Du Dich loben solltest. Aber sei aufmerksam! Wofür würdest Du andere Menschen loben? Dass jemand der Nachbarin die Post mit nach oben gebracht hast? Dass jemand die Verkäuferin so freundlich angelächelt hat und sagte „macht nichts, ich habe Zeit“. Der Grossmutter einen kurzen Schwatz am Telefon geschenkt hat?

Du darfst Dich sogar loben, dass Du die Zähne geputzt hast oder das Auto vollgetankt hast, damit Dein/e Partner/in dies am Abend nicht mehr machen musste. Denn nichts ist selbstverständlich.

Finde 5 Dinge und freu Dich daran, dass Du das so gut gemacht hast. Es sind Kleinigkeiten, aber diese machen den Tag aus.  

Du wirst mit einem guten Gefühl einschlafen. Und mit einem guten Gefühl die Nacht verbracht, räumt ebenso den Kopf wie auch den Bauch auf.