Die Schleimhäute fallen uns eigentlich erst auf, wenn sie übermässig viel Schleim produzieren. Dass sich bei einem Schnupfen eine Nebenhöhlenentzündung entwickeln kann, davon können viele ein Lied singen (mit einer nasaler Klangnote).

Akute Entzündungen, wie zum Beispiel eine Nebenhöhlenentzündung, sind nur wenige Tage lang warm. Auch wenn der Schmerz zum Beispiel noch bleibt, werden länger dauernde Entzündungen heilkundlich nicht mehr als warm gewertet sondern als kalt. Entsprechend sind auch die heilkundlichen Therapien (na, wer hätte es gedacht?): wärmend.

So sind Nebenhöhlenentzündungen im akuten Fall warm / heiss, aber wenn sie länger andauern oder chronisch werden (also immer und immer wieder kommen) als eine „kalte Entzündung“ zu werten.

Ebenso sind wiederkehrende Blasenentzündungen anzuschauen – in der Zeit, in der sich die Blase still hält, ist dies eine kalte Entzündung (auf den nächsten Infekt muss frau in der Regel nicht lange warten, kalte und nasse Füsse in der Winterzeit reicht völlig!). In der wirklichen Entzündungsphase, vielleicht noch mit erhöhter Temperatur begleitet, wäre die Blasenentzündung eine warme Entzündung.

Warum erwähne ich die Nebenhöhlenentzündung im gleichen Text wie die Blasenentzündung? Weil heilkundlich ist „die Nase ist die Blase“ und weil sie reflektorisch mit einander zu tun haben. So können wir die einen Schleimhäute behandeln um auch auf die anderen einwirken.

Heilkundliche Therapien gibt es einige, hier möchte ich Euch eine ganz spezielle beschreiben: Vaginal Steaming, das Vaginal Dampfbad.

Vaginal Dampfbad – Was ist das? Wozu ist es gut? Wie mach ich das? Ich erkläre es Euch sehr gerne.

Was ist das? Wenn wir ein Dampfbad in der Sauna geniessen, wenn wir bei einer verstopften Nase Wasserdampf mit Thymiankräutern inhalieren, können unsere Haut und Schleimhäute Feuchtigkeit und (wenn beigefügt) ätherisch gelöste Öle mit ihren Wirkstoffen aufnehmen. Die Schleimhaut der Vagina hat ebenfalls die Möglichkeit Wirkstoffe aufzunehmen. Und: eine kalte Entzündung braucht Wärme!

Wozu ist es gut?

Indikationen für ein Vaginal Dampfbad sind:

  • wiederkehrende Blasenentzündungen
  • wiederkehren Pilzinfektionen
  • Menstruationsbeschwerden aller Art (Blutungsmenge, Zyklusdauer, Schmerzen etc)

Selbstverständlich werde ich vorgängig eine Anamnese machen und je nach Befund noch weitere Therapiemethoden anwenden (oder Dich unter Umständen erst an eine Gynäkologin überweisen).

Wie mach ich das? Anleitungen dazu gibt es massenweise im Internet, Vaginal Steam Boxen können selber hergestellt oder ein alter Stuhl kann umfunktioniert werden. Ich habe mich entschieden, zwei solcher Vaginal Steam Boxen in meiner Praxis zur Miete parat zustellen (Einwegtücher liefere ich mit).

Es ist keine Hexerei – den Topf, der in der Box ist mit heissem, gekochtem Wasser befüllen und entsprechende Heilkräuter dazugeben (Rezept kann über mich bezogen werden), dann machst Du Dich untenrum frei, setzt Dich auf den Deckel (hat eine Öffnung), legst ein wärmendes Tuch um Deine nackten Beine und geniesst die wohltuende, warme Feuchtigkeit. Dauer der Behandlung: ca 15-20 Minuten. Kann täglich einmal oder auch wöchentlich 1-2 x gemacht werden.

Es ist nicht ungewöhnlich, dass sich nach einem Vaginal Dampfbad die Nasenschleimhaut meldet (Schnupfen beispielsweise oder wieder Nebenhöhlendruck)…. denn: Die Nase ist (tatsächlich) die Blase.