Jetzt merk ich grad, dass diese Geschichte schon einige Jahre alt ist, aber die überall zuhörenden Husten erinnern mich daran. Ich möchte Dir in diesem Blog zeigen, dass Heilmittel in erster Linie gemacht werden, und nicht einfach so auf den Bäumen wachsen (wobei sie dies auch tun!, natürlich).

Unser Sohn war ungefähr 2jährig, als ihn eine sehr hartnäckige Hustenserie plagte, kaum war der eine Husten fertig kam schon der nächste. Alles half, aber einfach irgendwie nicht nachhaltig. Immer ein bisschen besser, aber gut wars nie.

Mit kleinem Buben und noch immer in der Ausbildung zur Naturheilpraktikerin fiel mir eines Tages ein, dann müssen wir uns das Hustenheilmittel halt selber herstellen. Und hier kommt das echte Schlüsselblümchen ins Spiel. In der Literatur bezeichnete sie Hildegard von Bingen als „Himmelsschlüssel“ und in vielen Legendengeschichten spielt die Schlüsselblume tatsächlich eine Schlüsselrolle. Sie kann verborgene Türen und Tore öffnen – ach ja, zum Beispiel das Tor zum Frühling! So ist sie eine der ersten Heilpflanzen im Kalenderjahr.

Sie ist nach wie vor regional geschützt, dessen war und bin ich mir bewusst. Aber auch – wir werde nicht viel brauchen, gell, du kleiner Sohnemann und ich, wir nehmen uns bewusst nur die Menge, dies benötigt, um diesem Husten beizukommen. So gingen wir an einem sonnigen Vormittag in den Wald, an den Bachrand, und pflückten einzelne Primeln. Und dann gingen wir noch bei der Nachbarin klingeln, denn auf ihrem Grundstück wachsen immer sehr viele. So hatten wir anschliessend eine kleine Handvoll und unterwegs erklärte ich unserem Sohn, wozu wir diese Blüemeli sammelten und dass diese dann seinem Husten endlich den Garaus machen würden. Er nickte sehr ernsthaft.

Zu Hause köchelten wir die Primeln mit Wasser und Honig zu einem Sirup und unser Sohn konnte anschliessend den selbstgesammelten-selbstgemachten Hustensirup trinken (meine Güte, es gäbe sicher viel bessere Siruprezepte!). Und immer wieder nickte der Junge und sagte, gell Mama, diese Blüemli im Wald gefunden?!

Dies war für mich ein grosses Aha-Erlebnis – denn Heilmittel wachsen sehr wohl im Wald, auf den Bäumen, aber zu Heilmitteln werden sie gemacht, durch unsere Hände, unsere Ideen, Gedanken, unser Schaffen (Sirup machen zum Beispiel).

Und so ist jede halbperfekte Salbe viel besser als die perfekte, die es im Moment gerade nicht gibt. So ist der fast-richtige Hustensirup selbstgemacht besser, als derjenige, den man selbst noch heraustüfteln muss (und noch in der Zukunft liegt). Und wies so schön auf Englisch heisst: Better done than perfect (besser, was machen als es aufzuschieben, bis es perfekt ist).

So durfte der Husten unseres Sohnes dann wirklich das Weite suchen und schlussendlich ist es ja egal, ob es einfach Zeit für den Husten war, weiterzuziehen oder ob es denn wirklich der richtige Sirup war. Für uns zumindest war es nicht nur der selbstgemachte Primula-veris-Sirup, sondern auch der perfekte.

In diesem Sinne – wenn du also immer noch hustest, lässt du dir vielleicht in der nächsten Drogerie einen Spagyrischen Spray mischen mit der Primula veris. Ein Himmelsschlüssel, der dir wieder Luft in die Lungen verschafft. Gute Besserung!