Etliche Kinderheilkundekurse hatte ich in den letzten paar Monaten gemacht, von Winterthur über Wynau nach Kirchberg, im März werde ich sogar in Fribourg sein! Es stellt sich bald die Frage nach einem Halbtaxabonnement 🙂 Oder einem eigenen Helikopter, haha.

Aber EINE Frage wird immer und immer wieder gestellt, meist, wenn die TeilnehmerInnen etwas warm gelaufen sind, merken, dass ich nicht beisse und sich getrauen eine „freche“ Frage zu stellen.

Die geht so: „ Also gell, ich frag ja nur, das Ganze was du da so erzählst mit Spagyrik und Globuli und was du so machst, das hilft eigentlich nur, wenn man auch daran glaubt?“

Eigentlich nicht, eigentlich glaube ich in vielen Fällen selber dran und dann – Fehlanzeige, es hat nicht das gewünschte Resultat gebracht, die Misere ist noch die gleiche, viel Zeit und Nerven verloren.

Eigentlich nicht, eigentlich glaube ich manchmal selber nicht so daran, was ich mache, ehrlich, ich weiss zwar, dass die Anwendung in der heilkundlichen Literatur so beschrieben wird, aber es dann auch machen (oder machen lassen, den Patienten) und dann noch HOFFEN, dass es was bringen möge. Ich bin zuweilen meine grösste Zweiflerin! Ha, sicher kann ich nicht einfach ein bisschen baunscheidtieren und dann tuts nicht mehr weh! Sicher kann ich den Kunden nicht einfach rödern lassen und dann verschwinden die Stirnhöhlenbeschwerden, die er schon seit 10 Jahren hat. Aber eben, manchmal passiert genau das.

Und dann, wenn ich denke, hahaha, bei den letzten drei Patienten mit Stirnhöhlenbeschwerden hat rödern geholfen, mach ich beim nächsten auch – da passiert eben das Unfassbare, es passiert gar nichts. Es geht ihm nicht besser, es geht ihm nicht schlechter, alles wie zu Beginn, also schlechte Stirnhöhlen wie gehabt. Wie kann ich mir das erklären?

Aber ist mir ja auch schon passiert bei den bekannten und häufig beworbenen Halsweh-Tabletten, die freiverkäuflich in den Drogerie zu erstehen sind. Während meiner Lehrzeit hatte ich viel und ausgiebig Halsschmerzen, so kaufte ich halt die mit dem feinen Geschmack. Und was dann – obwohl es auf der Packung stand, obwohl ich so daran geglaubt und darauf gehofft hatte? Halsschmerzen weg? Nö, mitnichten. Und so kennen wir alle Beispiele in unserer Umgebung oder von uns selber, wo wir zwar daran geglaubt hatten wie verruckt, aber es hat sich nichts getan.

Vor anderthalb Jahren hatte ich eine schöne und kurze Unterhaltung mit einer angehenden Gynäkologin, ein Teil der Ausbildung hatte sie schon hinter sich. Wir tauschten uns über unsere Berufe und Berufsgattungen aus und kamen auf darauf zu sprechen, ob denn nur das daran Glauben alleine reichen würde. „Ach, auch in der Schulmedizin gibt es immer wieder Dinge, die wir zwar nicht erklären können aber wir wissen, dass es eben funktioniert. Die Anästhesie ist so ein Beispiel“.

Jesses, dachte ich, zum Glück habe ich mir nie darüber Gedanken gemacht, ob ich an eine Betäubungsspritze beim Weisheitszahn-Ziehen glauben soll oder nicht! Wenn ich gewusst hätte, dass auch das eine Grauzone ist…. Dann wäre ich wohl zum Druiden gegangen, beim Teutates!

Ja, es ist die Aufgabe des Therapeuten, ein Therapiekonzept zu erstellen – und wenn nötig, anzupassen. Ich mache das sehr gerne mit meinen Patientinnen und Patienten zusammen, denn wenn schon zwei im gleichen (Therapiekonzept)Boot sitzen und sogar daran glauben – vielleicht hilft das ja sogar mehr? 

PS. ja, es liegen momentan überall Asterix Bücher herum 🙂