Ich meinte gestern Abend zu meinem Mann „Der nächste Blog schreibe ich über den Elternabend“ – „Geits no, das lesen sicher auch Lehrer!! Das chasch nid mache! Unsere Kinder müssen noch sooo lange zur Schule“. Ach, das weiss ich doch.

Um die Kurve zum Elternabend zu kriegen muss ich aber weiter ausholen. Ich behaupte mal, dass der Mensch ab Alter 30ig im Leben zwingend Sinn braucht und kein Glück mehr. Ich weiss, ich weiss, es wollen alle das grosse Glück, um glücklich zu sein und das immerwährende Glück in der Beziehung und mit dem Geld und auf der Arbeit. Wir glauben auch oft später im Leben noch, dass das Gefühl des Glücks das Beste ist, was einem widerfahren kann.

Bis wir merken, dass Glück auf die Dauer nicht wirklich glücklich macht.

Es ist der Sinn, der uns glücklich macht.

Wenn ich weiss, was sinnvoll für mich ist, und sei es Blumen zu züchten, den Luchs zu beobachten, einen Origami-Kurs zu leiten oder den Passagieren zu zeigen, wie die Safety Regeln im Ernstfall sind, egal was, dann findet sich das Glück durch den Sinn.

Ich treffe Frauen im Dorf, in der Stadt oder in der Praxis, die mir sagen, sie würden so gerne irgendwas Sinnvolles machen. Und dann „aber ich kann ja gar nichts“. Zur Beruhigung – Nichts machen ist im Fall sehr schwierig! Von dem her schon mal Daumen nach oben.

„Am liebsten würde ich ja was machen mit Kindern“ sagen viele. Wirklich viele. Und dann „Aber Spielgruppenleiterin will ich jetzt nicht auch noch werden“ oder „Ich weiss halt auch nicht, Tagesmutter will ich auch nicht sein, aber was mit Kindern würde mir halt schon gefallen“. Und ich merke, ja, da ist eine Dringlichkeit in den Menschen drin, etwas Sinnvolles für die Gesellschaft tun zu wollen. Es muss doch eine Rolle spielen, ob ich am Morgen aufstehe oder nicht. Die Welt sollte einen schon brauchen, nicht im Sinn von ver-brauchen, aber mein Da-Sein muss schon sinnvoll sein.

Und so kommt es, dass am Elternabend davon gesprochen wurde, dass durchaus „Laien“ in der Schule helfen dürften, und dies von Seiten der Lehrkräfte oft auch mehr als gewünscht wäre. So viele Kinder in einer Klasse, Mischklassen, 4jährige im Kindergarten (danke Harmos, das ist alles viel weniger harmonisch als es uns verkauft wurde…!). Und dieser Einsatz wird sogar monetär entlöhnt, wow! (Achtung – reich wird keiner dabei, da müsstest Du Dich eher in einer Branche umsehen).

Das Ich-würde-gerne-was-mit-Kinder-machen, das heisst dann  „Klassenhilfe“ und hat je nach Kanton und Gemeinde ein Kontingent zur Verfügung. Die Lehrkräfte würden dort unterstützt, wo sie es benötigen und die Kinder hätten eine liebe Bezugsperson mehr, die ihnen zur Hand geht, Znüniböxli öffnen hilft, den Hoseladen nach dem WC Gang schliesst, zeigt, wo der Leimstift und wie die Schere zu halten ist. Sachen halt, die jetzt würkli jeder kann, der ein Herz für Kinder hat.

Vielleicht hast Du hier gerade Deinen Sinn gefunden und denkst, ja genau, das möchte ich so gerne machen, dann melde Dich doch einfach bei der Schulgemeinde in Deinem Wohnort. Die Websiten der entsprechenden Erziehungsdirektionen haben auch die entsprechenden Vorgaben aufgeschaltet.

Ja, so bin ich sicher, würkli sicher, dass wir mit unserem Da-Sein etwas Wertvolles und Sinnvolles tun düfen. Dies könnte eine Richtung sein. Welche Richtung lässt Dein Herz höher schlagen?