Ich liebe es ja zu lesen, ich lese überall. Zu jeder Zeit. Eine Weile habe ich sogar Bücher mit ins Auto auf den Beifahrersitz genommen nur um an einer roten Ampel oder bei einem geschlossenen Bahnübergang einen halben Absatz gelesen zu haben. Wenns mir langweilig ist und ich nichts zu lesen habe, lese ich was auf den Verpackungen steht.

Es gibt ja solche und solche Bücher. Gut, es gibt noch andere Bücher, aber die lese ich nicht (freier Interpretationsspielraum… Sie dürfen dazu Musik hören). Es gibt Bücher da denkst du…jesses…das Universum muss aus Grossbuchstaben, Kursivbuchstaben, Kommas, Strichpunkten und anderen Interpunktionen bestehen (tut es sicher auch, nebst allem anderen) – dieses Buch ist einfach göttlich. Ein Buch, das Abdrücke und Eindrücke im Herzen hinterlässt, ein Buch über die Liebe, das Lügen, das Verdrängen. Aber ganz fest über das Lieben. Es schmerzt so sehr, dieses Buch, es ist als ob Du einem 3jährigen Kind sagen musst, nein das härzige Büsi da dürfen wir nicht nach Hause nehmen, es gehört der Frau und das Kind weint herzzerreissend, stundenlang. So fühlt es sich an, dieses Buch zu lesen. Und die Sätze…meine Güte, die Sätze! Sie gehen zuweilen über eine ganze Buchseite hinaus, sie schweben davon. Weiter und weiter. Und dann immer wieder über dieses frisch verliebte Paar. Und in diesem Buch, über die grossen Gefühle der Welt, in diesem wundersamen Buch, da steht kein einziges Mal das Wort „Liebe“. Es fehlt. Und ist doch voll davon.

Und dann gibt es Bücher, da möchtest Du am liebsten schreien „Heisst dein Lektor vielleicht Hektor und ist öppe Heizungstechniker? Oder Bodenleger? Hä?! Und Dein Verlag ist wohl dein eigener HP-Drucker aus dem Estrich, oder?!“. Du meine Güte. Sooo schlecht geschrieben, obwohl der Inhalt so wichtig ist. So wichtig für diese Welt, damit das Buch dir den Kopf auseinander nimmt und vielleicht neu zusammensetzt. Denkweisen aufzeigt, die dann plötzlich ganz logisch sind. Und nicht so, wie es der gängige Laferi mit dem gefährlichem Halbwissen sagt, oder die Gesundheitsprechstunde oder die Puls-Sendung oder jeder andere, der einfach copy-paste macht, ach komm, so verticken wir echly Tabletten, easy, bezahlt ja die Grundversicherung. Auch solche Bücher sind wichtig, überwichtig, gäbe es das Wort. Es ist mehr wie eine Autofahrt bei kühlen Temperaturen, und du fährst neben einem Bschüttiwagen (Jauchewagen) und es stinkt augenblicklich grässlich im Auto, aber du kannst die Fenster nicht öffnen weils sonst gibt’s Halsweh und Ohrenweh, und drum bleiben die Fenster zu, jetzt halt, einfach nur oberflächlich atmen, das klärt sich. So liest sich dieses Buch, aber du weisst auch, ja, das musste jetzt sein (so wie Jauche halt auch aufs Feld gehört). Das Buch liest sich recht schräcklich (Achtung, äxra Schreibfehler), nicht so lieblich, aber der Inhalt, ja der Inhalt, auf den kommts an.

(Die beiden Bücher die ich hier beschreibe heissen „Mein Herz so weiss“ von Javier Marias resp. „Die Cholesterinlüge – das Märchen vom bösen Cholesterin“ von Prof. Dr. med. Walter Hartenbach“.)

PS. – und solltest Du an einem zu hohen Cholesterinspiegel leiden – dann melde Dich doch einfach bei mir. Das kriegen wir hin!