Neinnein, keine Angst, ich werde jetzt nicht plötzlich über Sportarten schreiben, wo aufwärmen von Vorteil ist (wahrscheinlich macht aufwärmen eh Sinn bei allen Sportarten ausser: Spazieren gehen, gärtnern, Bäume betrachten).

Ich rede von: Wissen aufwärmen. Essen aufwärmen. Und beides hat eine Schnittmenge, seltsamerweise. Lies hier:

Wir Humoralmediziner (also diejenigen Heilpraktiker, die die alte europäische Heilkunde gelernt haben) sind ja regelrecht besessen von Wärme. Bloss – das sind auch die Akupunkteure, welche die trad. chinesische Medizin gelernt haben. Und die Ayurveden. Eigentlich alle, die eine alte traditionelle Medizinlehre kennen und anwenden. Kühlschränke gehören seit den 1930er Jahren in den USA und Kuba zur Standartausrüstung im Haushalt (läck, schon? Was Wikipedia alles weiss).

Bloss, nur weil wir die Möglichkeit haben, kühl und kalt zu essen, heisst das noch lange nicht, dass unser Körper auch zufrieden damit ist. Schliesslich ists 37°C in unserem Körper, da muss Nahrung um die 4°C erst einmal auf „Betriebstemperatur“ aufgewärmt werden.  Und das kostet schon einmal viel Energie und Substanz. Kinder bis und mit dem 3ten Geburtstag sollten keine Lebensmittel direkt aus dem Kühlschrank essen. Genau. Kein Glacé. Kein Joghurt. Wirklich nicht. Und ja – bei unserem Sohn haben wir das ziemlich gut hingekriegt, bei der Tochter etwas weniger konsequent, aber immer noch ziemlich deutlich an der Regel, dass ein Kleinkind nur warm, gewärmt oder gekocht essen sollte. Und das gleiche gilt für Flüssigkeit. Sie bekamen nur abgekochtes, warmes Wasser zu trinken, kein kaltes Wasser, auch im heissesten Sommer nicht.

So, und weil ich wirklich nicht die begnadetste Köchin bin und mässig gerne koche mache ich es mir auch einfach: ich koche mittags so viel, dass ich es abends entweder in der Bratpfanne nochmals erwärmen oder im Steamer „regenerieren“ kann (bitte: keine Mikrowelle!).

Und weil die Alternativmedizinen rund um die Welt die Nahrungsmittel nach Wärme oder Kälte klassifizieren, und nicht etwa nach Inhaltsstoffen (genau – kennt man noch nicht sooo lange, was eine Vitamine und was ein Mineralstoff ist), so haben sie sich lange anderweitig Hilfe holen müssen. Über die Dauer des Wachsens zum Beispiel oder auch über die Farbe des Nahrungsmittels, wo es bei welchen Beschwerden oder in welcher Körperregion  helfen kann.

Ich habe vor längerer Zeit ein nicht-vollständiges Blatt erstellt, mit den gängigsten Früchten und Gemüsen unserer Breitengraden und welcher Qualität sie zugeordnet werden. Du findest sie unter meinem Online-Shop als Freebie (Neudeutsch für „öppis wo nüt chostet). Nimms als Anleitung, als Wanderweg-Pfeil sozusagen. Was kalt ist, wird wärmer wenns gekocht wird. Was schon warm ist, wird noch wärmer wenns gekocht wird. Und dann noch einige wärmende Kräuter dazu – voilà, wunderbar für einen kühlen Herbsttag wie heute.

P.S. Europäisch wird eingeteilt in wärmend – kühlend und feucht – trocken. Das soll Dich aber beim Kochen erstmals nicht beunruhigen, wähle wärmend vor kühlend und esse deutlich mehr warm und gekocht als kalt oder kühl.